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Damwild
ist auch ausgewachsen gefleckt, nicht nur als Jungtier wie Rehe oder Rothirsche. Im Winterfell fallen die Tupfen allerdings kaum auf. Die Hirsche verlieren ihr
Schaufelgeweih Ende April Anfang Mai und bilden dann bis etwa Ende August ein neues, in der Regel größeres Geweih aus. Gegen Ende Oktober beginnt die Brunftzeit. Die Hirsche sind in dieser Zeit
aggressiv und unruhig und streiten sich häufig. Dabei stoßen sie rülpserähnliche Laute aus. Die Kälber werden um Mitte Juni geboren und sind in den ersten Lebensmonaten sehr scheu. Als Wildtiere brauchen
sie im Gegensatz zu Schweinen oder Schafen sehr viel länger um ihr Schlachtalter zu erreichen, nämlich 1-1,5 Jahre.
Natürlich ist auch der Platzbedarf bei der Damwildhaltung sehr viel größer als bei üblicher Haustierhaltung. Pro Hektar dürfen in Niedersachsen 10 erwachsene Tiere plus
Nachzucht des vergangenen Jahres gehalten werden.
Wir halten 3 erwachsene Tiere plus Nachzucht auf 1 ha. Um dem sozialen Wohlbefinden der Hirsche gerecht zu werden, haben wir zur Zeit 4 Hirsche unterschiedlichen Alters, siehe
Photos unten.
Der Grund ist folgender: Hirsche haben,abgesehen von den wenigen Tagen der Brunftzeit, für das weibliche Geschlecht wenig übrig. Sie bevorzugen Junggesellenclubs und halten
sich darin meist von den weiblichen Tieren getrennt.
Haben sie keine männliche Gesellschaft, halten sie sie sich notgedrungen an die “Weiber”, da sie ungern allein sind. Das entspricht aber nicht ihrer Veranlagung
und aus Frust kommt es dann zu unerwünschten Reaktionen, wie vermehrtem Fegen, bis hin zur Zerstörung des Zaunes oder agressivem Verhalten gegegnüber den weiblichen Tieren.
Bis auf die Brunftzeit, in der es dann natürlich heiß hergeht und in der es auch zu Verlusten kommen kann, sind die Hirsche dadurch aber ausgesprochen ruhig und ausgeglichen
und wirken auch beruhigend auf das weibliche Wild.
Durch die vermehrte Hirschhaltung kommt es zwar zu weniger möglichen “produktiven” weiblichen Tieren auf der Fläche, die dadurch aber bessere artgerechtere Haltung
ist uns das wert.
Um auch im Winter genügend natürliches Futter anbieten zu können, bereiten wir Silage und Heu aus speziell angebauten Futtermischungen, die weitgehend der natürlichen
Äsung entsprechen. Diese bestehen aus sieben verschiedenen Grasarten, 2 Klee-und Luzernesorten und den natürlicherweise aufkommenden Wildkräutern, ca fünfzehn Arten, die nicht chemisch
“eliminiert” werden, sondern willkommene Bestandteile des Aufwuchses sind.
Natürlich bekommen auch das Sikawild und die Schafe dieses Futter.
Weitere Futterkomponenten während der Wintermonate sind nur noch Hafer und Rübenschnitzelpellets ( getrocknete Rüben, also die Trockenform dessen, was Wildtiere als Reste des
Ackerbaus im Winter auf den Feldern finden) und Mineralfutter. Diese Futtermittel dienen aber nur als Lockfutter um dieTiere einmal täglich aus der Nähe kontrollieren zu können.
Solches Futter als”Mastfutter” anzubieten macht keinen Sinn. Damwild unterliegt auf Grund seiner unverfälschten Wildtiereigenschaft noch den natürlichen
physiologischen Abläufen auf Grund der Jahreszeiten. Im Winterhalbjahr wird der Stoffwechsel auf Sparflamme geschaltet und der Pansen wird auf die Aufnahme und Verwertung wenig nährstoffreicher
Futerkomponenten umgebildet. Hochwertiges Futter wird in dieser Zeit gar nicht richtig verwertet.
Im Sommer wiederum soll die Nährstoffversorgung ausschließlich von der Gehegefläche kommen. Dafür sprechen sowohl ökonomische als auch verhaltensökologische Gründe.
Da ich auch Jäger bin, kann ich natürlich die Fleischqualitäten von Gehegewild und wildem Wild beurteilen.
Für Gehegewild spricht, daß es von der Geburt bis zur Erlegung gesundheitlich überwacht wird. In unserem Fall täglich durch meine Frau, die Amtstierärztin ist, ( jedes Tier
aus Gehegehaltung muß vor Tötung durch den Amtstierarzt begutachtet werden). Da das das Alter bei Erlegung genau bekannt kann ist, kann die Reifungsdauer auf den Punkt abgestimmt werden.
Wildes Wild hat den Vorzug, daß es wirklich frei gelebt hat, seine Nahrung selbstständig nach Vorhandensein suchen mußte, und mit Sicherheit nicht irgendwie behandelt wurde.
Nachteilig auf die Fleischqualität von Wild kann sich die Jagdmethode und der Jagdzeitpunkt auswirken sowie der Zeitpunkt der Verarbeitung nach der Erlegung.
Unter der Voraussetzung, daß “wildes und zahmes Fleisch” unter den gleichen möglichst optimalen Verhältnissen gewonnen wurde, kann ich keine Unterschiede
feststellen.
Die Tötung und hygienische Verarbeitung von Gehegewild ist allerdings problemloser zu bewerkstelligen.
Es kommt also in erster Linie darauf an, einen vertrauenswürdigen Lieferanten zu finden.
Wir verkaufen unsere Tiere sowohl lebend, indem sie mit einem Narkosegewehr immobilisiert und für den Transport vorbereitet werden, als auch geschlachtet und gefrierfertig
zerlegt und eingeschweißt.. Das Gleiche gilt selbstverständlich auch für Lämmer und Lammfleisch.
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