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Was wir machen

Wir sind kein Biobetrieb, sondern verbinden in unserer Wirtschaftsweise die Erkenntnisse und Erfahrungen aus der "guten alten Zeit" mit den Möglichkeiten und dem modernen Wissensstand ohne mehr als auch nur  nötig zu Chemie und Technik zu greifen. Gen- und Biotechnologie mögen in manchen Bereichen ihre Berechtigung haben. Bei uns sehen wir bislang keine Notwendigkeit.

Ackerbau

Bei “konservierender” Bodenbearbeitung, d. h. völligem Pflugverzicht seit 1987 und stattdessen vorwiegendem Einsatz von Spatenrollegge und Drillkombination, und Verwendung gesunder Sorten lassen sich die Anbaukosten gegenüber konventioneller Bewirtschaftung senken. Das erfordert allerdings ein hohes Maß an Nervenkraft und Planung.

Wir verwenden aber durchaus Pflanzenschutzmittel und Mineraldünger und zusätzlich natürlich Gründüngung sowie Mist und Jauche. Als Zwischenfrüchte bezeichnet man Pflanzen, die zwischen den eigentlichen Hauptfrüchten angebaut werden. Sie dienen entweder der Futtererzeugung oder zum Bodenschutz und zur Bodenverbesserung. Die Palette solcher Pflanzen ist groß.  Im Zusammenspiel mit reduzierter Bodenbearbeitung wird dadurch auch das Bodenleben gefördert. 

Weitverbreitet als Futterzwischenfrucht sind verschiedene Gräser und rapsartige Pflanzen. Auch einige Leguminosen, wie Klee oder Wicken, gehören dazu.

Reine Gründüngungsarten sind  Senf oder Ölrettich, Phacelia, Sonnenblumen oder Buchweizen.

Wenn die auf die Zwischenfrucht folgende Hauptfrucht nicht im Direktsaatverfahren gesät werden kann oder soll, muß die Zwischenfrucht zerkleinert und mit dem Erdboden vermischt werden. Damit das störungsfrei gelingt, benötigt man die passende Technik. Meist werden dazu Schlegelhäcksler verwendet die das Pflanzenmaterial abschlagen und unter Mitwirkung von Gegeschneiden zerkleinern.

 

Wenn die Schlegel scharf sind, ähnelt das Ergebnis dem, was die allseits bekannten Gartenschredder produzieren

 

Diese Pflanzenrückstände und deren Wurzeln dienen einer Unzahl von Bodenlebewesen als Nahrung.So fanden wir z.B. bei einer Zählung im Frühjahr vor der Rübenbestellung auf einem m2 und in der Tiefe von 0 - 10 cm , 345 Regenwürmer! Als Endergebnis der Abbaukette gelangen die einstmals in der Pflanzenmasse enthaltenen Nährstoffe in den Nährstoffkreislauf des  Bodens zurück und dienen der nächsten Generation als Nahrung. Auswaschung von wertvollen Nährstoffen wird so wirkungsvoll unterbunden.  

Die Mineraldüngung orientiert sich an den Nährstoffentzügen durch die Pflanzen und den Ergebnissen von Bodenuntersuchungen. Stickstoff wird in Form von AHL ( Ammoniumnitrat Harnstofflösung), einem Flüssigdünger ähnlich dem bekannten Blumendünger, mittels der Pflanzenschutzspritze gedüngt. Neben der Arbeitserleichterung, alles fließt, nichts muß gehoben oder geschaufelt werden, läßt sich so der Stickstoff auf das Kilogramm genau ausbringen. Im Interesse des Grundwassers und des eigenen Geldbeutels ein entscheidender Vorteil. Zusätzlich lassen sich durch den gemeinsamen Einsatz von AHL und Pflanzenschutzmitteln bei diesen die Aufwandmenge senken und Kosten sparen sowohl durch verminderten Mitteleinsatz als auch eingesparte Arbeitsgänge.

Die übrigen Nährstoffe, in erster Linie P2O5 und K2O sowie Ca und Mg, B und S , werden als feste Dünger ausgebracht, hauptsächlich in Form von Tripelphosphat und Kornkali, Carbokalk und Konverterkalk sowie Kalkmergel. Dazu verwenden wir einen Großflächenstreuer der vom Düngerlieferanten gemietet wird.

Besonders Carbokalk, ein Abfallprodukt der Zuckerproduktion, und Konverterkalk enthalten neben Ca noch nennenswerte Mengen an Spurennährstoffen. Die Kalkdünger sind notwendig, weil durch natürliche Auswaschung und die kalkzehrende Wirkung der AHL der ph- Wert des Bodens absinken würde. Das aber ist im Sinne von Bodenstruktur und Nährstoffverfügbarkeit absolut unerwünscht.

 

Aus ökonomischen Gründen haben wir weder Mähdrescher noch Rübenroder und lassen unser Getreide und die Rüben im Lohn ernten.

 Mähdrescher mit Schnittbreiten von 5 Metern und darüber sind heute Standard , auch in der bäuerlichen Landwirtschaft. Bei Anschaffungspreisen von ca 200 000.-€ für eine 5 Meter Maschine wird aber sofort klar, dass sich solche Investitionen für den einzelnen Bauern nicht rentieren

Nur durch überbetriebliche Zusammenarbeit oder Lohndrusch lassen sich die Kosten auf ein verträgliches Maß senken. Zudem gehört ein großes Maß an technischem Verständnis und Geschicklichkeit dazu, eine solche Maschine zu bedienen.

Die Ernteleistung liegt bei mehr als 10 t/Std, so dass auch eine entsprechende Logistik für die Abfuhr des Getreides vorhanden sein muß. Auch das bedingt die Zusammenarbeit mehrerer Bauern oder die Einstellung von Saisonarbeitskräften mit entsprechenden Kenntnissen.

Noch mehr Investitionen erfordert die Rübenernte. Rübenroder, die 6 Reihen gleichzeitig  ernten, bewältigen in Deutschland mittlerweile über 70% der Rübenernte.  Um auch hier die Kosten im Rahmen zu halten, müssen die Maschinen in der  nur ca 60   Tage dauernden Rodekampagne rund um die Uhr laufen und 10-20 ha dabei täglich roden, in Abhängigkeit von Wetter und Bodenzustand.

Diese Rübenmengen werden nicht sofort zur Fabrik gefahren, sondern am Feldrand zwischengelagert und nach einem von der Zuckerfabrik erstellten Abfuhrplan zur Verarbeitung geliefert.

Aufgeladen und vorgereinigt werden die Rüben mittels der „Maus“, einer riesigen Maschine , die 25 t Rüben innerhalb von 5 Minuten auf einen Lastwagen befördert.

Eine Prozesskette besteht in der Regel aus 1 Roder, 1 Maus und, je nach Entfernung zur Fabrik, aus 6-10 LKW. Bei Preisen von ca 300 000.-€ für den Roder, 300 000.-€ für die Maus und  50 000.-€ pro LKW, kommen Kosten zusammen, die wiederum nur durch entsprechende Auslastung aufgefangen werden können.

Vereinzelt noch zu sehende „Einzelkämpfer“, die ihre Rüben mit einem 1 reihigen Roder selbst roden, mittels Frontlader auf eigene Anhänger laden und selbst zur Fabrik liefern, werden sehr bald der Vergangenheit angehören. Solche Technik rechnet sich nur noch solange, wie sie ohne größere Reparaturen funktionsfähig gehalten werden kann und die menschliche Arbeitskraft  nicht anderweitig besser einzusetzen ist.

Auch bei der Strohbergung hat die Lohnarbeit Einzug gehalten. Dadurch ist aus der ehemals personalintensiven und anstrengenden  Arbeit eine Arbeit für den Einmannbetrieb möglich geworden. Eine Großpackenpresse, wie auf dem Photo zu sehen, preßt ca 8 ha/Std . Zum Bergen mittels Frontlader benötigt eine Person, je nach Feldentfernung, dafür ca 4 Stunden. Mit herkömmlicher Technik waren für 8 ha 1 Pressenfahrer und 3 Leute zum Auf-und Abladen ca 10 Stunden, also ca 40 Arbeitsstunden beschäftigt.  Durch den Einsatz dieser leistungsfähigen Technik ist das Wetterrisiko beträchtlich gesunken, die Organisation allerdings anspruchsvoller geworden. 

Nur mal zum Nachdenken: Vor 40 Jahren arbeiteten auf unserem Betrieb 1 Betriebsleiter, 2 Treckerfahrer, 1 Melker, 1 ungelernter  Arbeiter und 2 männliche Lehrlinge in der Außenwirtschaft und im Haushalt 1 Chefin, 1 Altenteilerin und 2 weibliche  Hauswirtschaftslehrlinge. Dazu kamen ca 20 Tagelöhner und -innen für Arbeitsspitzen wie Rübenhacken, Kartoffelnroden und -sortieren und Dreschen.  

Heute ist das ein Einmann - Betrieb und die Chefin arbeitet in ihrem Beruf auswärts. Der Chef fuhr damals einen Opel Olympia Rekord, der ältere der beiden Treckerfahrer einen Ford Taunus, der jüngere Treckerfahrer einen Fiat 600 und der Melker als Junggeselle einen Fiat 500 und ein 125 er Motorrad....

Tierhaltung

Unsere Tiere behandeln wir mit Medikamenten, wenn es nötig ist. Dies nicht zu tun, wäre doch genauso, als würde man kranken Menschen medizinische Behandlung und Medikamente verweigern.

Die tragenden Sauen laufen zusammen mit den Schafen und dem Wild in einer großen Weide. Schutz vor Sonne, Regen und Wind bieten Baum- und Buschgruppen. Je nach Jahreszeit liefern die Obst- und Kastanienbäume und Eichen mit ihren herabfallenden Früchten zusätzliche heißbegehrte Delikatessen. Wasser, Futterplätze und einen dick eingestreuten Liegebereich finden die Tiere in einer großen Scheune in der die Schafe auch den Winter verbringen. Die Sauen werden in dieser Zeit in großen Laufställen in anderen Gebäuden gehalten. Nur Dam-und Sikawild ziehen es vor, auch diese Jahreszeit im Freien  zu verbringen. Stimmt nicht ganz. Auch Schafe und Sauen hätten nichts dagegen im Winter genauso wie im Sommer zu leben.Aber unsere schweren Böden würden dadurch "vergewaltigt" werden und die Qualität der Weide würde darunter leiden. Also deshalb dieser Kompromiss.

Zur Geburt ihrer Ferkel werden die Sauen in eingestreuten Abferkelbuchten untergebracht um Erdrückungsverluste bei den neugeborenen Ferkeln möglichst zu verhindern.

10Tage später allerdings werden dann mehrere Sauen mit ihren Ferkeln in große Gruppenlaufställe umgesperrt.

 Mit 5-6 Wochen setzen wir die Sauen von ihren Ferkeln ab. Sie kommen dann ins "Eroscenter" wo sie wieder gedeckt werden um dann, je nach Jahreszeit, entweder wieder auf die Weide oder in Laufställe umzuziehen.

Mit 28 kg verkaufen wir die Ferkel an einen Mäster hier im Ort. Der mästet sie mit selbsterzeugtem Getreide in mit Stroh eingestreuten Ställen bis zur Schlachtreife. Die fertigen Schweine holt ein ebenfalls ortsansässiger Fleischer persönlich ab und bringt sie zum nahegelegenen Schlachthof.(Ca 10 km entfernt)

Dass sich die uns anvertrauten Pflanzen und Tiere wohlfühlen sollte zumindest aus den folgenden Fotos  hervorgehen.

 

Da wir auch die übrigen Tiere, die bei uns aufwachsen, nicht alle behalten können, geben wir die Überzähligen ab. Bei Interesse freuen wir uns über Anfragen. Auch Fragen zu allen Themen der Landwirtschaft beantworten wir gerne.

Familienbucht

 

Badetag

 

Siesta

 

im Sommer

 

Abferkelbucht

 

Ich will auch mal

 

im Winter

Hubert brunftet

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